Österreichische Patientenorganisation für
Anthroposophische Medizin (ÖPAM)

Verein für anthroposophisches Heilwesen, Österreich

In den letzten 2 Jahrzehnten des letzten Jahrtausends wurden die Menschen mündiger. Die sogenannten "Alternativen" und früher oft auch als seltsam, fragwürdig oder gar sektiererisch bezeichneten medizinischen therapeutischen Strömungen wurden gewissermaßen "gesellschaftsfähig". Der "ganze Mensch", die "Ganzheitsmedizin", wurden zu Begriffen, die durch ihre dauerhafte mediale Präsenz zunehmend für ein gesellschaftliches Klima sorgten, in dem Altes und Neues zusammen zumindest nebeneinander zu leben beginnen konnten.

 

Von den komplementär-medizinischen Ärztegesellschaften wurden zunehmend und zahlreicher Ausbildungskurse für Ärzte angeboten und selbst die die Österreichische Ärztekammer verschloß sich den Zeichen der Zeit nicht und vergab komplementär-medizinische Diplome, unter anderem auch zur Gewährleistung einer sauberen Abgrenzung gegenüber sonstigen Strömungen wie z.B. den Heilpraktikern.

So wurden neben der Anthroposophischen Medizin auch die Homöopathie, die Neuraltherapie, die Akupunktur und die Traditionelle Chinesische Medizin durch ein solches Diplom anerkannt.

Da aber die Krankenkassen, die letzten Zufluchtsorte der wissenschaftlichen Einseitigkeit und damit verlässliche Ablehner eingeforderter Therapie-Bezahlungen aus "wissenschaftlicher Sicht", ein Gegengewicht benötigten, wurden zunehmend Patienten-Selbst-Hilfe-Organisationen in Österreich gegründet.

Nach 2-jähriger Vorarbeit wurde dann im Juni 1993 der Österreichische Patientenverband, Anthroposophisches Heilwesen, begründet. Er hat seinen Sitz in Graz, und zählte von Anfang an neben heilpädagogischen Einrichtungen auch lokale Therapeutika zu seinen Gesamtvorstandsmitgliedern.

Die Gründungsvorstandsmitglieder Renate Sippel, Hubert Plesiutschnig und Reinhard Jeserschek sind nach wie vor verantwortlich im Verein tätig; Hubert Winter, Gilbert Prilassnig und Peter Molterer stiessen in den folgenden Jahren dazu.

Zunächst war es wohl die zunehmende Anzahl von Vorträgen, welche durch ein starkes Interesse der Zuhörer vor allem in den östlichen Bundesländern, notwendig waren zu organisieren und daher doch einen erheblichen Arbeitsaufwand für die rein ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder bedeutete.

Bereits 1½ Jahre nach der Gründung wurde die junge Truppe auf eine harte Probe gestellt; aus völlig unerfindlichen Gründen wurden alle Beinwell-Symphytum-Präparate verboten (angeblich gefährlich wegen des minimalen Gehaltes an Pyrrolizidinalkaloiden). Da diese Pflanze ein integrativer Bestandteil vieler komplementärmedizinischer Richtungen war und ist, erschien es uns doch notwendig etwas zu unternehmen.

So konnten dann durch die unglaublich effiziente und rasche Zusammenarbeit verschiedener Organisationen (u.a. Kneipp-Verband; Verein Natürliches Leben, und andere) in wenigen Wochen 35.000 Unterschriften für einen Verbleib von Beinwell-Präparaten gesammelt werden.

Die Unterschriften konnten dann dem damaligen Nationalratspräsidenten, unserem jetzigen Bundespräsidenten, Dr. Heinz Fischer, vorgelegt werden (durch Frau Sippel und Herrn Dr. Siber) und es wurden alle Beinwell-Symphytum-Präparate ab D6 von da an genehmigt.

Wir konnten also sehen, dass eine Bürgerinitiative Erfolg haben kann. Und dies Jahre vor der Gründung von World Social Forum, Attack, usw.

In den folgenden Jahren konzentrierten sich unsere Anstrengungen weitgehend auf die Organisation von Vorträgen in den mehr ländlichen Regionen, da in den städtischen Bezirken ohnehin schon ein hoher Bekanntheitsgrad der Anthroposophischen Medizin gegeben war.

Weiters versuchten wir auch für unsere nunmehr ~2.500 Mitglieder und Freunde den Zugang zur einschlägigen Literatur zu verbessern, scheiterten aber -man muß das auch erwähnen dürfen- an der Buchpreisbindung, welche uns eine verbilligte Abgabe an die Vereinsmitglieder untersagte, und am Neid einer Bücherstube.

Was derzeit im Zentrum unserer Tätigkeit ist, lesen Sie >>hier.