
Seit 1993 bin ich als Geschäftsführender Vorstand mit dieser unserer Patientenorganisation verbunden. Zahlreiche Unternehmungen wie Unterschriftenaktionen, Organisation von Vortragsreisen, von Seminaren und Vorträgen sowie die laufenden Verwaltungstätigkeiten haben mich die letzten Jahre so geprägt, dass ich seit nunmehr einem Jahr zusätzlich auch die Geschäftsführung einer heilpädagogischen Tagesstätte übernommen habe. Im Grunde genommen hat mich die Organisation von NGO`s immer schon fasziniert und ich bin dem Schicksal sehr dankbar, dass es mir die Gelegenheit geboten hat, dass ich dieses Interesse sogar äußerst intensiv in der Praxis ausleben kann und darf. Und wenn sich in der Zukunft noch etwas Weiteres ergibt, dann ……………….. !?

Während meines Maschinenbaustudium entdeckte ich die Anthroposophische Medizin und fand sehr viele Ansätze, welche mir halfen, mein klarerweise naturwissenschaftlich geprägtes Menschenbild geisteswissenschaftlich zu erweitern. Neben zahlreicher Einsätze bei diversen Veranstaltungen (z.B.: der damals noch sehr guten Paracelsus-Messe, welche sich dann qualitativ doch etwas verändert hatte), wobei ich meist tragende Rollen erhielt, konnte ich aber doch in vielen menschlichen Zusammenhängen die zuvor gewonnenen Fähigkeiten zum Einsatz bringen. Obwohl ich schon seit Jahren sage: ….lasst die Jugend ans Werk,…. bin ich immer noch dabei. Vielleicht auch, weil es mir wichtig und sinnvoll erscheint UND Spass macht!

Ich bin das letzte Mitglied des Vorstandes. Um dies etwas zu präzisieren: ich bin das zuletzt hinzugekommene Mitglied des Vorstandes. Ich dachte immer schon, dass die Geschichte letztendlich auch auf den Willensäußerungen der Bürger beruht. Ich denke da auch an die Geschichte der letzten 250 Jahre in Europa und Amerika. Kleine, scheinbar unbedeutsame, Anlässe, veranlassten ganze Völker zu Kriegen, Revolutionen und zur Erneuerung ihrer Gesellschaftsstrukturen. Auch was den Wissenschaftsbegriff in der Medizin (was ich studiert habe) betrifft, ist das letzte Wort sicherlich noch lange nicht gesprochen und werden wir noch viele Änderungen bezüglich des Menschenbildes in der gesamten Medizin erleben. Einen Teil dazu beitragen, dachte ich, kann man in einer gemeinnützigen Patientenorganisation, welche nicht zuletzt in der Erwachsenenbildung tätig ist, wozu ich als bekanntes Redetalent eine besondere Beziehung habe.

Als mich ein Freund vor vielen Jahren fragte, ob ich nicht mein Wissen als Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater kurzfristig auch einmal für etwas Vernünftiges UND Gutes einsetzen möchte, ahnte ich nicht, dass ich jetzt schon das 13. Jahr für die Finanzen zuständig gewesen sein würde. Nach zahlreichen, zumeist nächtlichen Besprechungen kristallisierte es sich aber immer heraus, dass diese Arbeit eine durchaus sinnvolle war. Es gab mir auch das Gefühl etwas "Gutes" zu tun, auch wenn die Arbeitsleistung noch mehr hätte sein können (aber das Gefühl hatte auch schon Konstantin Wecker! - "Genug ist Nicht Genug") Und so bin ich für die Erfahrungen und Lernprozesse der letzten Jahre dankbar und glaube,------ einige Jahre schaffe ich es noch!

Obwohl ein Freund immer gesagt hat: ….weiter studieren, weiter lernen,… habe ich mich ein paar Jahre vom Reiz des "Meister-werdens" ablenken lassen, konnte aber die geplante erforderliche Mitarbeit in der Patientenorganisation immer mit Freude leisten. Jetzt hat es sich nach mehreren Auslandsjahren mit dem Fußballklub Leoben so gut gefügt, dass mir das Fertigstudieren der Romanistik in Graz jetzt doch noch gelingen wird und ich nebenbei auch noch für die Anthroposophische Medizin tätig sein kann.

Auf was will ich zurückblicken, wenn ich älter bin, vielleicht schon in Pension bin, 6-facher Grossvater bin, schon jenseits bin? Das habe ich mich immer gefragt. Was wird von dem bleiben, was ich gemacht habe? Und so dachte ich mir: so eine Patienten-/Selbsthilfe-/Bildungs-Organisation, das wäre etwas, was die Welt eventuell benötigen könnte. Eine geisteswissenschaftliche Erweiterung der Ansichten über die Menschen, die Geschichte, die Kultur, den Kosmos, und so fort, das wäre doch einmal zu versuchen, ob das geht. Naja; geplant war zunächst 1 Jahr, dann 3 Jahre, dann 3 Jahre zum Anhängen, und jetzt stehen wir im Jahre 13 nach Gründung, und ich bin noch immer nicht weg. Es wird Zeit! Schauen wir einmal!